In den kommenden Wochen und Monaten werde ich – u.a. zu selbstsüchtigen Wiederholungszwecken – nach und nach Mitschriften aus verschiedenen Lehrgängen online stellen.
Den Anfang macht dabei der RS-Grundlehrgang.
Die Notizen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, für Korrekturen und Ergänzungen bin ich aber immer dankbar. Zur besseren Les- und Lernbarkeit beschränke ich mich auf Stichworte, demnächst werden vielleicht noch einige Themen durch Cartoons und Illustrationen ergänzt.
Grundsätzliche Bestandteile
- Beurteilung der Gesamtsituation
- Basischeck
- Anamnese
- Befunderhebung -> Verdachtsdiagnose
Vollständige Anamnese
- jetzige Beschwerden
- „Geschichte“ dieser Beschwerden
- Frühere Erkrankungen
- Medikamente / Allergien
- Familienanamnese
- Sozialanamnese
- Alkohol / Nikotin / Drogen
Probleme
- begrenzte Zeit
- evtl. dringender Handlungsbedarf
- evtl. nur Fremdanamnese möglich (P. bewusstlos)
- evtl. Kommunikationsprobleme (Sprache)
Notfallanamnese
- der Situation angepasst
- so ausführlich wie nötig
- alleiniges Ziel: Ermittlung der Verdachtsdiagnose, Erfassung relevanter Begleiterkrankungen
- parallel Einleitung erforderlicher Sofortmaßnahmen
- Eigenanamnese bevorzugen
Erhebung der Anamnese
- Vorstellung!
- Aufbau eines Vertrauensverhältnisses
- Möglichst nur durch eine Person
- Gesprächstechniken: Ermunterung, Reflektion, Verdeutlichung
- Verständliche und angemessene Sprache
- Am Anfang möglichst offene Fragen
- Später gezielt nachfragen, aber keine Suggestivfragen!
- Vom Allgemeinen zum Speziellen
- Immer nur eine Frage auf einmal
- Präzise Antworten erbitten
- Eigenanamnese bevorzugen
- Ausführliche Erhebung der momentanen Beschwerden/Leitsymptome
- Regelmäßige ärztliche Behandlung?
- Medikamente? Einnahme?
- Relevante Vorerkrankungen, Operationen, KH-Aufenthalt?
- Allergien / Alkohol / Nikotin / Drogen?
- Verständigung Angehöriger?
Leitsymptome
- aktuelle Beschwerden
- Wo? Wie stark? Seit wann?
- zusammenhängende Ereignisse mit Beschwerdebeginn?
- Sturz, Anstrengung, Schwindel, Medikamenteneinnahme?
- Beschwerdeänderungen?
- Schmerzen?
- Lokalisation, Charakter, Stärke?
Befunderhebung – SEHEN – HÖREN – FÜHLEN
- „first view“, besondere Beachtung der Atmung
- Vitalzeichen (VZ): HF, SpO2, RR, EKG, BZ
- Untersuchung: Inspektion, Auskultation, Palpation, Perkussion (IAPP)
- Grobe neurologische Untersuchung: Orientierung, Kraft, Motorik, Sensibilität
„first view“
- Bewusstseinslage
- Allgemeinzustand (AZ) (auch psychisch)
- Respiratorische Auffälligkeiten
- Jugularvenendruck
- Schmerzzeichen
- Angstzeichen
- Haut
- Ernährungszustand (EZ)
- Haltung, Bewegung
- Kleidung, Hygiene
- Geruch
- Gemütslage
- Beziehung zu anderen Personen
Bewusstsein
- durch Befragung / Reflexpüfung
- Orientierung zu Person / Zeit / Ort
- Somnolenz / Sopor / Koma?
- Einteilung Komagrad
- Glasgow-Coma-Scale (GCS)
Atmung
- Inspektion:
- Frequenz, Rhythmus, Anstrengung
- Form des Brustkorbs, Bewegung(en)
- Auskultation
- Vesikuläratmen
- Bronchialatmen
- Nebengeräusche
- Abgeschwächtes / fehlendes Atemgeräusch
- Palpation scherzhafter Bereiche
- Evtl. Perkussion
Haut
- Farbe
- Durchblutung (Perfusion)
- Feuchtigkeit
- Temperatur
- Schwellung
- Leberhautzeichen (Ikterus)
- Hämatome (Prellmarken)
- Fingernägel
