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Bestandteile der Notfalluntersuchung

Posted by on 22. Februar 2008

In den kommenden Wochen und Monaten werde ich – u.a. zu selbstsüchtigen Wiederholungszwecken – nach und nach Mitschriften aus verschiedenen Lehrgängen online stellen.
Den Anfang macht dabei der RS-Grundlehrgang.
Die Notizen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, für Korrekturen und Ergänzungen bin ich aber immer dankbar. Zur besseren Les- und Lernbarkeit beschränke ich mich auf Stichworte, demnächst werden vielleicht noch einige Themen durch Cartoons und Illustrationen ergänzt.

Grundsätzliche Bestandteile

  • Beurteilung der Gesamtsituation
  • Basischeck
  • Anamnese
  • Befunderhebung -> Verdachtsdiagnose

Vollständige Anamnese

  • jetzige Beschwerden
  • „Geschichte“ dieser Beschwerden
  • Frühere Erkrankungen
  • Medikamente / Allergien
  • Familienanamnese
  • Sozialanamnese
  • Alkohol / Nikotin / Drogen

Probleme

  • begrenzte Zeit
  • evtl. dringender Handlungsbedarf
  • evtl. nur Fremdanamnese möglich (P. bewusstlos)
  • evtl. Kommunikationsprobleme (Sprache)

Notfallanamnese

  • der Situation angepasst
  • so ausführlich wie nötig
  • alleiniges Ziel: Ermittlung der Verdachtsdiagnose, Erfassung relevanter Begleiterkrankungen
  • parallel Einleitung erforderlicher Sofortmaßnahmen
  • Eigenanamnese bevorzugen

Erhebung der Anamnese

  • Vorstellung!
  • Aufbau eines Vertrauensverhältnisses
  • Möglichst nur durch eine Person
  • Gesprächstechniken: Ermunterung, Reflektion, Verdeutlichung
  • Verständliche und angemessene Sprache
  • Am Anfang möglichst offene Fragen
  • Später gezielt nachfragen, aber keine Suggestivfragen!
  • Vom Allgemeinen zum Speziellen
  • Immer nur eine Frage auf einmal
  • Präzise Antworten erbitten
  • Eigenanamnese bevorzugen
  • Ausführliche Erhebung der momentanen Beschwerden/Leitsymptome
  • Regelmäßige ärztliche Behandlung?
  • Medikamente? Einnahme?
  • Relevante Vorerkrankungen, Operationen, KH-Aufenthalt?
  • Allergien / Alkohol / Nikotin / Drogen?
  • Verständigung Angehöriger?

Leitsymptome

  • aktuelle Beschwerden
    • Wo? Wie stark? Seit wann?
  • zusammenhängende Ereignisse mit Beschwerdebeginn?
    • Sturz, Anstrengung, Schwindel, Medikamenteneinnahme?
  • Beschwerdeänderungen?
  • Schmerzen?
    • Lokalisation, Charakter, Stärke?

Befunderhebung – SEHEN – HÖREN – FÜHLEN

  • „first view“, besondere Beachtung der Atmung
  • Vitalzeichen (VZ): HF, SpO2, RR, EKG, BZ
  • Untersuchung: Inspektion, Auskultation, Palpation, Perkussion (IAPP)
  • Grobe neurologische Untersuchung: Orientierung, Kraft, Motorik, Sensibilität

„first view“

  • Bewusstseinslage
  • Allgemeinzustand (AZ) (auch psychisch)
  • Respiratorische Auffälligkeiten
  • Jugularvenendruck
  • Schmerzzeichen
  • Angstzeichen
  • Haut
  • Ernährungszustand (EZ)
  • Haltung, Bewegung
  • Kleidung, Hygiene
  • Geruch
  • Gemütslage
  • Beziehung zu anderen Personen

Bewusstsein

  • durch Befragung / Reflexpüfung
  • Orientierung zu Person / Zeit / Ort
  • Somnolenz / Sopor / Koma?
  • Einteilung Komagrad
  • Glasgow-Coma-Scale (GCS)

Atmung

  • Inspektion:
    • Frequenz, Rhythmus, Anstrengung
    • Form des Brustkorbs, Bewegung(en)
  • Auskultation
    • Vesikuläratmen
    • Bronchialatmen
    • Nebengeräusche
    • Abgeschwächtes / fehlendes Atemgeräusch
  • Palpation scherzhafter Bereiche
  • Evtl. Perkussion

Haut

  • Farbe
  • Durchblutung (Perfusion)
  • Feuchtigkeit
  • Temperatur
  • Schwellung
  • Leberhautzeichen (Ikterus)
  • Hämatome (Prellmarken)
  • Fingernägel

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