
Einige kurze Fragen – an einen Studiengang
Sven Funke | 13. Juli 2009
Man hört es ja alle naselang. Die Medizin wäre schon immer einer der verschultesten Studiengänge schlechthin gewesen. Vollgestopfte Lehr- und Stundenpläne, überfüllte Kurssäle, viele Studenten, die irgendwo auf der Strecke bleiben.
“Ist das so? Muss das so..?”
(© Wir Sind Helden)
Aber warum denn eigentlich?
Wieso sind die Universitäten so überfüllt, obwohl es doch schon einen unglaublichen NC an den meisten gibt?
Wieso wird nicht die persönliche Eignung für das Studium und das Fach als solches von den Studenten oder der Uni infrage gestellt?
Wieso erscheint es nicht manchen Leuten sinnvoll, einen Menschen, der die notwendige menschliche Reife und die Motivation, ein anstrengendes Studium auch im fortgeschrittenen Alter noch durchzustehen, weil er einen gesunden Idealismus mitbringt, einem Bewerber vorzuziehen, der zwar fachlich kompetent erscheinen mag, menschlich jedoch in seiner Persönlichkeitsentwicklung nie über die Pubertät hinausgekommen oder woanders auf der Strecke geblieben ist?
Wieso wird das Auswendig-Lernen, das in der Schule inzwischen längst verrufen ist, weil der mündige Schüler ja Zusammenhänge begreifen soll, zum Maßstab dessen, wie sich Stoff für die vollgestopften Multiple-Choice-Klausuren aneignen lässt?
Wieso findet so wenig Vernetzung, so wenig Kommunikation zwischen den einzelnen Fächern statt? Wieso hört man in den Vorlesungen eines Biologen, eines Biochemikers und eines Histologie-Profs im Abstand von 2 Wochen exakt die gleichen Sätze mit exakt den selben Abbildungen aus exakt den selben Lehrbüchern, obwohl alle genau wissen, dass dies auch in den anderen Fächern zum Lehrplan gehört?
Wieso kommt niemand auf den Gedanken, dass die inhaltliche und didaktische Qualität einer Vorlesung direkt proportional zur Zahl ihrer Besucher sein könnte?
Wieso sind zusätzliche Anmeldetermine für viele Fächer nötig, obwohl es zentrale Anmeldungen zu allen Fächern gibt?
Wieso ist es nicht möglich, die zentralen Anmeldungen für alle Studenten des Semesters zu den Kursen im Folgesemester auch so anzulegen, dass die zusätzlichen Anmeldetermine zu bestimmten Fächern, an denen eh fast alle Studenten mit der Klausurvorbereitung beschäftigt sind, oder auf die nur mit einem 3×6cm großen Aushang am schwarzen Brett hingewiesen wird, wegfallen?
Wieso wehrt sich niemand mehr gegen Studiengebühren?
Stellt sich niemand wirklich die Frage, warum so viele Studenten den Kram irgendwann einfach hinschmeißen und das Studium abbrechen?
Es wird Zeit.
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