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Motivations-Dilemma

Sven Funke | Montag, 19. April 2010

Ich habe das Vergnügen (das ist nicht ironisch gemeint, ich freue mich wirklich drauf!) demnächst einige Erste-Hilfe-Kurse für Kommilitonen von mir halten zu dürfen. Im Laufe des Medizinstudiums ist zur Anmeldung zur “1. ärztlichen Prüfung” (=”Physikum”) ein “großer” Erste-Hilfe-Kurs zu absolvieren.

Sinn des ganzen ist es natürlich einerseits, sicherzustellen, dass die Studenten ihre rechtliche Garantenstellung auch erfüllen können, andererseits aber auch eine gute Vorbereitung auf spätere Situationen in der praktischen Arbeit zu bieten.

Für mich stellt sich dabei die Frage, wie man so einen Kurs inhaltlich aufzieht. Natürlich, die BAGEH schreibt die Kursinhalte verbindlich vor – das heißt, es gibt Dinge, die auf jeden Fall besprochen werden müssen, damit ich den Kurs überhaupt im Rahmen der Erste-Hilfe-Ausbildung bescheinigen darf. Völlig klar.

Klar ist aber auch, dass man Leute, die im 4. Semester Medizin studieren, die eine Lunge schon im Präp’kurs in der Hand und in Histologie unter dem Mikroskop gehabt haben, die sich in Physiologie über Restriktion und Obstruktion und Berechnungen von Lungenvolumina und Lungenfunktionstests unterhalten haben, nicht unbedingt 45 Minuten damit quält, wie die anatomischen und physiologischen Grundlagen des Asthma bronchiale aussehen.

Wie gestaltet man einen Kurs aber dennoch professionell und gleichzeitig ansprechend für die Teilnehmer, wenn solche Grundlagen bereits bekannt sind? Macht es beispielsweise Sinn, einen Intubationstrainer mitzubringen, wie es manche Kollegen vorgeschlagen haben, wenn einige der Teilnehmer trotz allem noch nicht wissen, was ein Endotrachealtubus ist?

Ich für meinen Teil bin davon überzeugt, dass es an vielen Stellen des Studiums am Praxisbezug mangelt. Zwar ist es verständlich, dass in den Grundlagenfächern zunächst nur ein Ausblick auf die spätere Arbeit als Arzt gegeben werden kann, dennoch würde ich mir als Student manchmal einfach nur ein kurzes Statement vom Dozenten wünschen, wie man die gerade gewonnenen Erkenntnisse klinisch anwenden könnte.

Wahrscheinlich ist das auch der Grund, warum ich mir vorgenommen habe, die Inhalte mit mehr Praxisbezug zu vermitteln. Im Wesentlichen mit verschiedenen Fallbeispielen von mir, Kollegen oder Bekannten, mit Rollenspielen und auch mit einfachen, na ja, Quizaufgaben. Vielleicht ergibt sich ja auch die Möglichkeit, mal einen RTW von innen zu zeigen, mal das ein oder andere Gerät vorzuführen oder die ein oder andere Maßnahme und Methode en detail zu erklären und zu üben. Die Beutel-Masken-Beatmung zum Beispiel.

Ich bin gespannt ob mir die Gratwanderung zwischen den notwendigen Inhalten und der nötigen Nähe zum Studium an allen Stellen so gelingt. Immerhin halte ich mehrere Kurse, um aus den ersten alle Erfahrungen unmittelbar mit in die nächsten zu nehmen. Ich halte euch auf dem Laufenden.

Ich kriegs Kotzen!

Sven Funke | Sonntag, 7. Februar 2010

Das folgende Video ist nicht etwa, wie böse Zungen behaupten würden, eine Image-Kampagne fürs DRK, und es ist auch kein Fake, wie manche sicher einwerfen werden, das lief tatsächlich so über die Fernsehschirme. Und ich bekomme das kalte Grausen. Ulf hatte ja schonmal angedeutet, dass es sinnvoll ist, Schülern Erste Hilfe nahe zu bringen, aber dann doch auch bitte richtig. Interessant auch, dass kein Arsch Redakteur vorher prüft, ob die Aussagen denn so auch stimmen. Eine zweite Meinung schadet ja bekanntlich nie. Zumal die Lehraussagen der Arbeitsgemeinschaft Erste Hilfe auch sicher über Google zu finden sind.

Herzlichen Dank an Max für den Link!

Korrekturen nach dem Klick.

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Erste Hilfe an die Schulen!

Sven Funke | Mittwoch, 27. Januar 2010

Der “Kranke Pfleger” bat mich gerade per Mail, mir mal seine Petition anzuschauen und bei Interesse ein wenig Werbung dafür zu machen.

Viel zu wenige Menschen sind wirklich bereit und in der Lage, in Notfällen Erste Hilfe zu leisten – dabei sind die meisten Maßnahmen nicht einmal schwer, es braucht eben “nur” jemanden, der die Courage hat, auch wirklich zu helfen. Aber davon gibt es zu wenige. Es wurde vorgeschlagen, in den Schulen regelmäßig Erste Hilfe als Pflichtprogramm zu unterrichten und mindestens jährlich für jeden Schüler aufzufrischen…prima Gedanke, wie ich finde!

Über diesen Ansatz lässt sich sicher auch noch einmal über die Gewalt(bereitschaft) an Schulen nachdenken, und darüber, ob dieses Unterrichtskonzept nicht ein Ansatz wäre, so etwas einzudämmen.

Bildung ist aber in diesen Belangen Ländersache, und für die einzelnen Landtage gibt es so ein schickes Online-Portal, über das sich Petitionen mitzeichnen lassen, leider noch nicht. Es ist also auch ein bisschen eure Initiative gefragt! Schreibt an euren Landtagsabgeordneten und verbreitet dieses Anliegen!

Hier der Originaltext nach Ulfs Vorlage:

“Text der Petition
Der
Nordrhein-Westfälische Landtag möge beschließen, daß Schülerinnen und Schüler frühzeitig, jährlich und altersangepaßt in Erster Hilfe und lebensrettenden Sofortmaßnahmen unterwiesen werden. Dies schließt auch das Erkennen von Notfall- und vergleichbaren Situationen ein. Die Fertigkeiten werden von Jahr zu Jahr wiederholt und ausgebaut, bis ab etwa der 10. Klasse auch Herz-Lungen-Wiederbelebung behandelt wird.

Begründung
Es gibt zu wenig Ersthelfer. Viele Menschen sterben allein deshalb, weil zu wenig Erste Hilfe geleistet wird, ob aus Schaulust, Angst oder Unvermögen. Selbst Autofahrer, die zur Erlangung der Fahrerlaubnis einen derartigen Kurs nachweisen müssen, sind dazu selten in der Lage. Mit frühzeitiger und altersgemäßer und wiederholter Heranführung an die Kompetenzen, Notfälle zu erkennen und seinen Fähigkeiten entsprechend zu handeln, würde die Selbstverständlichkeit Erster Hilfe verinnerlicht. Zudem würde dadurch der Inhalt im Ernstfall besser abrufbar.”